Jubiläumsweg Hochtaunuskreis

"RUND UM DEN LANDSTEIN"

Glanzstück des Hintertaunus

Bericht vom 20.09.2022 Made by Madlen

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Hochtaunuskreises und 60-jährigen Jubiläums des Naturparks Taunus wurde im August 2022 dieser unglaublich tolle Wanderweg eingeweiht. Ich zog mit meiner Mitwanderin und Freundin Bianca los, die genauso gespannt war, was sich der Hochtaunuskreis da ausgedacht hat. Der Rundweg verläuft mal nicht auf unserem höchsten Taunusgipfel, sondern durch die Weilroder Stadtteile Neuweilnau und Altweilnau. Ein Highlight löst hier das nächste ab ... daher haben wir für die knapp 11 km fast 6 Stunden gebraucht :)

Los geht's an der Kirchenruine Landstein. Nach kürzlich entdeckten Fundamenten und Mauern wird sie nun aktuell saniert. Solch ein Naturdenkmal muss natürlich Teil des Jubiläumsweges sein. Glaubt man früheren Sagen und Erzählungen, sollen hier auch Mönche gelebt haben, obwohl es sich um eine Wallfahrts- und Pfarrkirche und nicht um ein Kloster handelte. So viel sei verraten, am Ende des Rundweges trifft man auf einen Mönch, den hoffentlich viele Wanderer aufsuchen werden.

(Quelle: Internetseite der Kirchenruine Landstein)


Achtung, der Wanderweg führt anfangs kurz auf der Landstraße entlang, doch dann geht es direkt hinein in die Wälder des Hintertaunus. Parallel zum Wanderweg verläuft die Weil. Nach nicht einmal 2 km erreichen wir das erste Highlight, ein absoluter Geheimtipp. Nach Renovierungen in 2019 hat die Mappesmühle das ganze Jahr über an den Wochenenden geöffnet. Die Wirtin Ellen empfing uns sehr herzlich und bot uns bei nasskaltem Herbstwetter direkt einen heißen Tee an. Sie steht selbst in der Küche, backt Kuchen, zaubert Flammkuchen und andere Köstlichkeiten, meist Hausmannskost. Nebenbei finden hier auch noch Konzerte statt, eben eine urige Eventlocation.

Wir kommen sicher wieder !! 



Auf dem Weg zum Schloss Neuweilnau kamen wir an einem Minigolfplatz, Spielplatz und einer Murmelbahn vorbei. Pack auf dieser Wanderung unbedingt eine Kugel oder einen kleinen Ball ein, sicher schlägt an der jederzeit zugänglichen Murmelbahn auch das Herz deines inneren Kindes höher. Die Minigolfanlage ist im Umbau und aktuell geschlossen, aber sicher passiert da etwas im nächsten Jahr. Nach Wiedereröffnung gibt es dann auch die Murmeln vor Ort.


Weiter ging es zum Schloss, was allerdings nicht betreten werden kann. Hier hat sich das Forstamt bzw. Hessen Forst nieder -gelassen. Aber, eine verschlossene Holztür mit der Aufschrift: "Garten der Versuchung. Neugierig? Dann schau rein" entpuppte sich als romantisches Highlight der Wanderung.

Es folgt der Abstieg durch die kleine Ortschaft hinunter in den Wald. Ich lief brav den Wanderzeichen des Jubiläumsweges nach, doch Bianca war wiedermal etwas auf der Spur: "Hier soll ein Pfad zur Hexentreppe führen, komm wir suchen den mal". Aha dachte ich mir, das wird sicher wieder eine Aktion quer durch den Wald und so war es auch. Doch wir lieben beide das Abenteuer und fanden schließlich auch diese imposante Treppe. Was es damit auf sich hat, konnten wir allerdings noch nicht rausfinden.

Der Umweg über die bizarren Felsformationen lohnt sich jedenfalls. Direkt an einer Bein-Baumel-Bank trafen wir wieder auf den ursprünglichen Wanderweg. Hier genehmigten wir uns erstmal ein Sektchen, auf eine bis hierhin bereits echt super schöne und abwechslungsreiche Tour.

Der nächste Zwischenstopp brachte uns ins Städtchen Altweilnau und dort hoch hinaus. Über Wendeltreppen erreichten wir den phänomenalen Ausblick des Bergfrieds der Burgruine. Was ein Blick aufs umliegende Land. Man kann vor allem den Rundweg ganz gut nachvollziehen, der Bergfried steht sozusagen in dessen Zentrum. Wahnsinn !!



Die Wegführung führt uns weiter durch den Friedwald vorbei am Bayrhoffer Brunnen zum letzten Streckenhighlight. Eine weitere Felsformation hieß es zu erklimmen. 100 Stufen geht es hinauf zur Albertsruhe. Nicht erschrecken, hier oben sitzt der anfangs erwähnte Mönch. Naja okay, es handelt sich um eine Mönchsskulptur, die vom Künstler Hendoc aus einem 300 Jahre alten Eichenstamm entworfen wurde. Neben dem "Roten Mönch von Landstein" kann man Platz nehmen, den tollen Ausblick aufs Weiltal und die Ruhe genießen. Wir sind am Ende einer außergewöhnlichen Wanderung angekommen. Letztlich geht es nur noch steil abwärts zurück zum Ausgangspunkt.


Puuhhh was eine schöne Reise zu Fuß, ganz klare Empfehlung von uns beiden. Freu dich auf Natur pur, intakte grüne Wälder, viele Verweilmöglichkeiten und reichlich Glanzstücke des Taunus. Noch mehr Eindrücke erhältst du übrigens auf unseren Seiten auf Instagram und Facebook. Die nachfolgende Touraufzeichnung enthält den Abstecher zur Hexentreppe. Am Panoramaweg haben wir allerdings auf den letzten Metern wegen Regenschauern abkürzen müssen. Der Wanderweg ist prinzipiell gut ausgeschildert, du kannst also auch einfach der Beschilderung mit dem Wappen des Hochtaunuskreises folgen. Etwas verwirrend wird es nur beim Abstieg zum Parkplatz. Den steilen Part musst du erstmal links liegen lassen, denn das absolute Highlight der Strecke am 100-Stufen-Weg wartet ja noch auf dich. Du kannst diese Wanderung an mehreren Punkten bzw. Parkplätzen starten. Möchtest du dich beispielsweise erst an der Murmelbahn austoben, dann nutze den Wanderparkplatz Schnepfenbachtal und beginn mit der Besichtigung des "Garten der Versuchung".

Viel Spaß und genieß es !!


Touraufzeichnung

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